Ende Februar 2026 unternahmen 24 Schülerinnen und Schüler der EF und Q1 eine fünftägige Studienfahrt nach Polen.Unsere Ziele der Reise waren Krakau sowie die Gedenkstätten des ehemaligen Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau.
Freitagabend begann die Reise mit der gemeinsamen Abfahrt. Samstagmorgen sind wir in Krakau angekommen und haben zunächst die Stadt selbstständig erkunden können. Sonntag folgte dann eine dreistündige Stadtführung durch Krakau. Besonders interessant war die Geschichte der jüdischen Bevölkerung in Krakau und deren Entwicklung während des Nationalsozialismus. Es war bedrückend zu erfahren, wie sich das Leben der Menschen aufgrund der Nationalsozialisten verändert hat und wie diese die Kontrolle übernahmen.
Am Montag fuhren wir morgens nach Oświęcim zu unserer neuen Unterkunft, der internationalen Jugendbegegnungsstätte. Von dort aus sind wir zum ehemaligen Stammlager Auschwitz gelaufen und haben an einer dreistündigen Führung teilgenommen.
Die Führung war sehr informativ, aber auch bedrückend. Obwohl das Stammlager touristischer war als zuvor erwartet, konnten wir einen guten Eindruck vom Leben im Vernichtungslager gewinnen. Besonders erschütternd waren die Berge von Haaren, Schuhen und Koffern der Häftlinge. Die persönlichen Gegenstände zu sehen hat das unvorstellbare Leid der Menschen greifbar gemacht. Die Haare, die zu Teppichen verarbeitet werden sollten, das meterdicke Buch mit den Namen vieler Opfer oder die Erschießungswand, all das waren verstörende Erkenntnisse.
Am Abend besuchten wir eine Kunstausstellung mit den Werken eines Auschwitz überlebenden Marian Kołodziej im Franziskanerkloster Harmęże. Die Ausstellung war sehr bewegend. Im Fokus der Bilder standen oft die Augen der Menschen. Kołodziej zeichnete dies bewusst so. Im Lager habe er oft nur Augen gesehen, da die Häftlinge so abgemagert waren. Diese Kunstausstellung hat erneut das Leid der Häftlinge gezeigt und besonders bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Anschließend fand eine Reflektionsrunde statt. Wir konnten unsere Eindrücke teilen und Gedanken verarbeiten.
Am Dienstagmorgen fuhren wir nach Birkenau. Auch hier nahmen wir an einer dreistündigen Führung teil. Die Größe des Geländes war erschreckend. Keine Dokumentation kann das schiere Ausmaß des Geländes darstellen. Besonders schockierend waren die Baracken und die sogenannten „Waschräume“. Diese machten die unmenschlichen Bedingungen deutlich. Für mich war es besonders emotional auf der „Rampe“ zu stehen. Der Gedanke an dem Ort zu stehen, wo Tausende Menschen ankamen, selektiert wurden und unwissend bereits kurz vor ihrem Tod standen war sehr bewegend. Abends besuchten wir den Ausstellungspavillon „Birkenau“ von Gerhard Richter. Die Ausstellung setzte sich auf abstrakte und künstlerische Weise mit den Erinnerungen und der schweren Realität des Holocaustes auseinander.
Die Gedenkstättenfahrt war eine prägende Erfahrung. Wir haben viele neue Eindrücke gesammelt. Sie waren sowohl bedrückend als auch von großer Bedeutung. Der Besuch von Birkenau zeigte deutlich, wie systematisch und durchgeplante die Lager waren. Eine Maschinerie des Todes. An den Orten zu stehen, wo so unfassbares Leid geschehen ist, ist nicht leicht. Aber sie verändern nachhaltig die Perspektive. Dokumentationen vermitteln uns zwar das Wissen, aber tatsächlich den Ort zu sehen erschafft ein völlig neues Verständnis.
Ich würde die Reise jedem empfehlen. Es ist wichtig unsere Geschichte zu verstehen. Die Reise hat mir gezeigt, wie wichtig es ist die Verantwortung, die wir tragen, ernst zu nehmen. Wir müssen uns mit unserer Geschichte auseinandersetzen, um zu verhindern, dass solche Verbrechen jemals wiederholt werden.
Sophia Warburg, Q1

